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Der Arbeitsmarkt
Die
Beobachtungen, die ich in den letzten Jahren auf dem Arbeitsmarkt machen durfte,
lassen mich doch etwas schaudern, und die
Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist:Wo
bleibt der Mensch?
Realisieren
wir überhaupt, was da passiert?
Diejenigen,
die in der glücklichen Lage sind, einen Arbeitslatz zu haben, sind einfach nur
froh darüber. Dafür ist man auch bereit, einiges in Kauf zu nehmen. Es geht
sogar so weit, das die ganze Persönlichkeit und das eigene Leben sich nur nach
dem Arbeitsplatz richtet. Aber...
... wo bleibt die Familie?
Wo
bleibt die Freizeit?
Wo
bleiben die Ruhephasen für den Geist, den Körper und die Seele zum Krafttanken?
Jeder
einzelne wird wie eine Zitrone ausgepresst. Solange es geht, ist es in Ordnung.
Aber was ist danach? Verbraucht
den Dienst getan, und kraftlos, kommt man den
Anforderungen nicht mehr nach. Also wird man durch junges, dynamisches
Blut ersetzt. Es sind ja genügend Arbeitslose vorhanden, auf die man im Notfall
zurückgreifen kann.
Was
für den Arbeitgeber weitere Vorteile bringt - bei jüngeren Mitarbeitern sind die Gehälter niedriger.
Sind es dann auch noch ungelernte Kräfte, kann der Lohn noch mal
runtergesetzt werden. Die
jüngere Generation kann man noch in die Richtung schieben, in der man sie gerne
hätte. Was bei erfahrenen, bewussten Mitarbeitern
etwas schwerer umzusetzen ist.
Vielleicht ist man selbstbewusst genug, dass man seine Arbeit selbständig und
eigenverantwortlich erledigt. Aber auch das ist nicht immer erwünscht!
Ja, was ist denn erwünscht? Erwünscht ist, dass man arbeitet, ohne zu Fragen stellen; schnell, zuverlässig und ohne
Qualitätsverlust. Für Reklamationen, Fragen oder Sonstiges ist in dem Zeitplan,
der von irgendjemand ausgearbeitet wurde,
um Zeit und Kosten zu sparen, nicht enthalten.
Ich persönlich denke, dass da
ein paar Sachen ganz gewaltig schief laufen.
Die Frage stellt sich, warum
wir alle arbeiten gehen?
Wir arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren und weil wir diesen Beruf
gewählt haben.
Im günstigsten Fall aus einer Berufung, und/oder dem vorhandenem Talent heraus.
Natürlich gibt es noch jede Menge anderer Gründe.
Die meiste Zeit des Tages
verbringen wir mit unserem Beruf. Dabei ist es wichtig, sich zu fragen, wie
gerne man seinen Beruf ausübt.
Übt man diese Arbeit gerne
aus, so gibt sie mir auch Kraft. Doch übe ich sie nur aus dem Grund aus, weil ich
das Geld brauche und sonst keinen Bezug zu meiner Tätigkeit habe, so entzieht sie mir Kraft und sorgt
dafür, dass sich dies auch auf die körperlichen Gegebenheiten auswirkt. Dem
Arbeitnehmer stellt man
seine Zeit - in der Regel sind das 8 Std. pro Tag - zur Verfügung. Die
Erfahrung, das Können und Wissen ebenfalls. Im Gegenzug erhält man vom
Arbeitgeber das/den Gehalt/Lohn für unsere Arbeitskraft
und die Qualifikation. Dies ist der angedachte Vorgang.
Was man jedoch beobachten kann, ist - in den meisten Fällen - etwas
anderes. Grob kann man ersehen, dass
alles auf die Entwürdigung der Menschenrechte hinausläuft; Mobbing und
Erpressung sind
kaum noch eine Seltenheit.
Das Leben eines jeden
Menschen besteht aber aus dem ER-LEBEN,
das heißt wiederum, Zeit zu haben mit
sich selbst, mit dem Partner, und mit der Familie.
Aber unter
den heutigen Bedingungen bleibt kaum noch Zeit und Kraft, sich dem
ER-LEBEN im Leben zu widmen.
An erster Stelle steht die
Treue zu uns SELBST. Das immer umzusetzen, bedarf schon einiger
Herausforderung. Wir lassen uns zu oft und zu sehr fremd-bestimmen, ohne dass
es uns überhaupt auffällt. Wir nehmen uns auch nicht die Zeit, uns damit auseinanderzusetzen.
Erst wenn wir ernsthaft krank werden oder eine größere Krise in unserem Leben
stattfindet, sind wir dazu bereit. Doch genau diese Ignoranz führt letzten Endes
dazu, dass es zu Krisen kommt.
Die
meisten Menschen arbeiten weitaus mehr als 8 Std., sofern sie überhaupt noch einen Ganztagsjob haben.
Doch bei den Teilzeitjobs ist es nicht anders, die vorgegebene Zeit reicht
niemals aus. Also verlangt man einerseits Überstunden, andererseits aber weigert
man sich, die Kosten dafür zu tragen, weil das Unternehmen ja sparen muss. Die
Unternehmen erarbeiten Pläne, in denen
es lediglich um die Einsparung von Zeit und Personalkosten geht; um
Gewinn zu erwirtschaften, was an und für sich in Ordnung ist, was aber auf Kosten der Mitarbeiter und der Qualität der Produkte geht.
Ein Punkt, der durchaus in Frage gestellt werden sollte, und auch in Frage
gestellt wird. Leider stößt diese Frage - besonders bei denen, die sie betreffen - auf taube Ohren.
Deutschland war - und die Betonung liegt auf war - bekannt für
Wertarbeit. Wo ist die geblieben? Die von den oberen Etagen erarbeiteten
Sparmaßnahmen mögen in der Theorie die Kassen klingeln lassen, die Praxis weiß
jedoch, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Täglich geschehen Dinge, die nicht vorhersehbar sind.
Eventualitäten dieser Art haben aber in der Theorie keinen Platz, und daher ist
die Ausarbeitung der Sparmassnahmen bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Die tägliche Ausführung der Mitarbeiter im Tagesgeschehen, die
unter Zeitmangel oder anderen Problemen stehen, wird zu einer Belastung, die sie
immer mutloser machen. Dazu kommen noch häusliche oder soziale Probleme, die
jeder von uns kennt. Die Liebe und die Freude, die man für seinen Beruf
einst empfunden hat, und den man aus gutem Grund gewählt hat, verschwindet und wird zum
täglichem Übel. Eine Erscheinung aus diesem Übel heraus ist, man wird krank. Es
entwickelt sich ganz schnell ein Kreislauf, den wir so nie wollten und der uns nach
unten zieht.
Ist dass das Ziel eines Berufes oder der Sinn des Arbeitens?
Es
breitet sich eine Machtlosigkeit aus, die sich in einer ganz bestimmten Frage, die man so oft hört,
manifestiert:
>>>>>>>>>>>>> WAS WILL MAN DA MACHEN...
<<<<<<<<<<<<<
Eine rhetorische Frage, die keine Antwort verlangt, weil man sich damit abgefunden hat.
Ich weiß, es ist auch sehr viel Angst dabei, doch genau diese Angst ist es, die
a), den einen lähmt und b), dem anderem erst die Macht zur Unterdrückung
verleiht. Die Verantwortung, die man selbst
trägt, wird abgegeben und was man dagegen tun kann? Jeder einzelne weiß, was
geändert werden kann, denn jeder einzelne macht sich Gedanken darüber, doch
die wenigsten sprechen sie aus, oder haben den Mut etwas zu unternehmen. Auch
bleibt es bei den Gesprächen, die man untereinander führt, wenn man mal wieder
über die Zustände frustriert ist. Der Satz, der ein solches Gespräch beendet, ist
dann:
>>>>>>>>>>>>> WAS WILL MAN DA MACHEN... <<<<<<<<<<<<<
Erst, wenn jeder einzelne sich aufgefordert fühlt
und die Verantwortung für sich und sein eigenes Leben übernimmt, und damit in
die Tat und Handlung übergeht und so zum Vorbild für die Anderen wird, erst dann haben
wir die Möglichkeit, etwas zu verändern. Sowohl in der Gemeinschaft, wie auch auf der Welt. Solange wir darauf warten, dass
die Anderen, die Politiker oder sonst irgendjemand
etwas unternimmt, so lange wird es so blieben, wie es ist!
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